Das Licht der Welt erblickte ich am 16.12.1969 in Heiligenhafen/Lkr.Ostholstein und laut meiner Geburtsurkunde um genau 20.15 Uhr und , nach Aussagen meiner Mutter soll es an dem Abend in dicken Flocken geschneit haben . Leider jedoch habe ich das Licht der Welt im völlig falschen Körper entdeckt . Das Foto stammt von 1973.....

Schon sehr früh d.h. in der Schule merkte ich das ich mit Jungs nicht so richtig was anfangen kann und spielte lieber mit Mädchen , sehr zum Ärgernis und Verdruß meines Vaters der schon in dem zarten Alter aus mir einen harten Burschen formen wollte . Ich spielte auch nicht mit Spielzeug für Jungs sondern lieber mit Puppen und fing schon früh an mich fürs kochen und backen zu interessieren und dieses leider auch zum Ärgernis meines Vaters . Das ich mich mit Mädchen lieber abgab und mit denen spielte , lag da dran das mir die Spiele für Jungs zu hart waren und ich lieber Mädchenspiele spielte , das wiederrum sorgte dafür das ich oft von den Jungs gehänselt und auch verkloppt wurde . Schon in meiner Schulzeit verkleidete ich mich gerne als Mädchen d.h. zum Karneval/Fasching oder auch Halloween und genoß es als Mädchen herumzulaufen .

Meine Schulzeit war von Ärger und Prügel gespickt da ich mich auch dort mit Mädchen lieber abgab als mit den Jungs und , ich entdeckte das mir das textile Werken und der Kochunterricht viel lieber gefiel als das technische Werken , da dort ja nur überwiegend Jungs waren und es interessierte mich auch nicht . Selbst im Schulsport machte ich lieber mit den Mädchen gemeinsam Sport , da mir die Sportarten für Jungs zu hart waren , dieses wiederrum sorgte für jede Menge Ärger und Streß mit den Lehrern und zuhause... naja da gab es nicht nur Ärger sondern auch Prügel von meinem Vater der aus mir nachwievor einen harten Burschen formen wollte . All das belastete sehr das Verhältnis zwischen meiner Mutter und meinem Vater , der in mir eine weiche Memme sah und dieses mir auch zeigte . Wenn die Schule aus war und ich zuhause angekommen war , verkleidete ich mich oft als Mädchen (heimlich) und versuchte schon die ersten Schminkversuche und stellte fest das mir das sehr gut von der Hand ging . So ab der 8. Klasse , stand für mich der Entschluß fest das ich nach der Schule eine Lehre als Friseur machen wollte , da ich mich für Frisuren und Schminken sehr interessierte aber..... ab da ging für mich die Hölle richtig los , da mein Vater drauf bestand das ich in seinem Betrieb (Fischerei) eine Lehre als Fischwirt machen soll...... dieses sorgte für ein noch mehr drückendes Verhältnis zwischen meiner Mutter und meinem Vater , da meine Mutter keine Probleme damit hatte das ich lieber Friseur lerne anstatt im elterlichen Betrieb zu lernen . Schon in der 9. Klasse schrieb ich Bewerbungen für eine Friseurlehre und bekam auch eine Zusage von einem Betrieb in Heiligenhafen aber..... da raus wurde leider nichts , da mein Vater mir einen Strich durch die Rechnung machte und ich somit gezwungen wurde ein Beruf zu erlernen mit dem ich mich nicht identifizieren konnte gar Gefallen dran fand .

So wurde meine Lehrzeit für mich ein Ritt durch die Hölle und diese Hölle gönne ich nicht einmal meinem ärgsten Feind , da ich sehr oft Prügel bekam von meinem Vater der ja versuchte mich auf See zu einem harten Burschen/Kerl zu formen egal wie . Meine Lehrzeit war sehr tränenreich und ich war froh als ich endlich meine Gesellenprüfung hatte um endlich an Land zu arbeiten , da die Fahrten auf See für mich die reinste Hölle waren und ich denke heute noch mit Grauen an diese Zeit zurück . Als ich endlich fertig war mit der Lehre , ging ich von Bord und.... dieser Abgang sorgte dafür das das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater bis heute noch zerrüttet ist . So suchte ich mir Arbeit an Land und bekam eine Stelle als Verkäufer in einer Modebuotiqe und ich genoß diese Arbeit sehr und war sehr oft in der Damenabteilung tätig und das machte mir sehr viel Spaß , so viel Spaß das ich regelrecht aufblühte . So war es kein Problem für mich Frauen zu beraten in puncto Mode .

Meine Pubertät... tja... schon in der Zeit merkte ich das ich mit meinem Körper nicht klarkomme gar diesen akzeptieren kann , besonders der lästige Haarwuchs am Körper , die ständigen Erektionen usw. , machten mir sehr zu schaffen , so das ich all diese Effekte als ekelhaft ansah . Um den widerlichen Haarwuchs am Körper ein Ende zu bereiten , griff ich relativ früh zum Naßrasierer um so jedenfalls es etwas erträglicher zu haben . Mit 17 merkte ich das mein Körper bzw. mein Inneres mir sagte das ich im falschen Körper stecke/lebe und kein Mann bin sondern eine Frau und , dieses festigte sich mit 19 so das ich kapierte das ich eine Frau bin die im Männerkörper gefangen ist . In der Zeit spürte ich auch , das ich vom sexuellen her mich zu Männern hingezogen fühlte und hatte mit 18 mein Erstesmal . Dieses Erstemal war im Sommer 1988 in Heiligenhafen am Strand d.h. in den späten Abendstunden , ich weiß noch wie heute , es waren zu der Zeit die Hafenfesttage bei uns und ich lernte dort einen sehr netten und lieben Mann kennen . An dem Abend war ich geschminkt und etwas feminin angezogen und diesem Mann gefiel das sehr wie ich war und , sah in mir eine junge Frau . Ich will keine Details hier schreiben nur , das es für mich sehr schön war und ich gestärkt wurde das ich eine Frau bin .

Anstatt mich nun zu outen kam in mir eine Angst hoch , eine Angst vor Prügel , Drangsalierugen und Repressalien von familiärer Seite und aus dem Freundes/Bekanntenkreis sowie von der Gesellschaft . Da aber mein Inneres mir täglich zeigte/sagte das ich eine Frau bin , beschloß ich den grössten Fehler meines Lebens zu machen und spielte eine miese und fiese Rolle . Diese Rolle sah vor , das ich auf Arbeit als Mann erschien aber nach Feierabend mich ins Auto setzte und Städte wie Lübeck , Kiel und Hamburg anfuhr . Kurz vor dem Zielort hieß es für mich umkleiden d.h. raus aus den widerlichen männlichen Klamotten und hinein in die weibliche Gaderobe . So ging ich dann als Frau shoppen , setzte mich in Cafes , ging in Boutiqen einkaufen usw. , und genoß diese Zeit jedoch wenn der Heimweg rief...... tja , dann hieß es...alles wieder retour . Auch wenn ich als Frau unterwegs war , hatte ich immer Angst doch erwischt zu werden , jedoch konnte ich feststellen das mein gesamtes Styling sehr fraulich war , da viele eine Frau in mir sahen und dieses stärkte mich zu nehmenst . Wenn ich als Frau unterwegs war , rief auch mein Inneres nach Liebe und Zärtlichkeit sowie Sex.... jedoch konnte ich das nicht offen ausleben , so das ich nur schnellen und annonymen Sex hatte . In dieser Zeit musste ich erleben das nicht alle Männer zärtlich zu mir waren und nicht in ein Hotel mit mir wollten sondern schnellen und gefühllosen Sex nur haben wollten . Ich muß dazu sagen , das ich ich nicht nur mit schwulen Männern/Trannylover Sex hatte sondern das es auch heterosexuelle Männer gab die quasi mich mal ausprobieren wollten .

 

In der Zeit der miesen Rolle , wurde der Druck immer und immer grösser endlich frei und offen als Frau zu leben , jedoch schlichen sich diese Ängste und das Schamgefühl bei mir immer wieder hoch , so das ich mit 30 die Gothicszene endtdeckte . Hier war es egal wie man lebt und sich zeigt und , ich konnte so als Notlösung den Weg wählen um so etwas freier als Frau zu leben . Diese Notlösung jedoch hielt nur ein paar Jahre an , da meine Eltern , besonders mein Vater nicht so begeistert war von meinem Styling und in all den Jahren fragten sich immer wieder Freunde/Bekannte warum ich keine Beziehung zu/mit einer Frau habe..... mein Standardsatz war : ich bin und bleibe Junggeselle . Klar kam bei manchen der Verdacht auf , das ich schwul bin/wäre , jedoch konnte ich das immer gut umspielen . Was mir zu schaffen machte war immer der Innere Druck der mir sagte : oute dich und lebe endlich frei und offiziell als Frau aber.... die Ängste und der Scham waren schlichtweg zu groß . 2013 dann war für mich der Punkt gekommen , das ich vom psychischen her nicht mehr so leben konnte und wollte , dauernd dieses Rollen-/Versteckspiel war für mich zuviel geworden und ich arbeitete dran wie und wann ich mich oute . Zu Weihnachten stand für mich der Zeitpunkt fest und so outete ich mich am 01.01.2014 ganz öffentlich . Dieses Cominout hatte zur Folge das sich "Freunde" von mir mit Ekel abgewandt hatten , ich bekam Haß-/Drohmails und SMS von Leute , wo ich bis heute an deren Verstand zweifle . Im familiären Bereich haute dieses Comingout wie eine Bombe rein..... mein Vater wandte sich von mir ab , da er meine Gründe als krank und abartig sah und die Meinung vertrat das er kein Sohn mehr hätte und ich zu ihm kommen könnte wenn ich endlich Vernunft annehme , ferner müsse er sich für mich schämen . Meine Mutter fand dieses Outing nicht gerade berauschend da ich ihrer Meinung nach weiterhin heimlich hätte leben sollen/müssen .

 

Heute : ich lebe nach dem Comingout frei , offen und vorallem offiziell als Frau . Ich werde täglich von vielen Menschen als Frau erkannt und habe die mir verbleibenen Freunde/Bekannte aufgefordert mich mit Manuela anzusprechen und... dieses wird auch gemacht . Ich erlebe sehr oft Komplimente von Biofrauen die mich z.T. beneiden wie ich aussehe . Im Februar hatte ich dann den DGTI-Ausweis beantragt , welchen ich täglich bei mir trage und der mir schon in einigen Situationen sehr geholfen hat . Im Februar hatte ich dann beim Amtsgericht Lübeck die Vornamens- u. Personenstandänderung beantragt , leider läuft das Verfahren immer noch da ich 2 äusserst fiese Leisten-OP`s hatte , ich hoffe aber das es zum Ende des Jahres eine schöne Nachricht vom Gericht gibt und ich dann offiziell als Manuela Schneider geführt werde . Seit Ende April 2014 nehme ich Hormone zu mir welche dafür sorgen das eine Geschlechtsangleichung langsam aber sicher angestrebt wird . Diese Hormone haben nun seit fast Ende Juli etwas ihre Wirkung gezeigt d.h. in puncto Brustwachstum tut sich schon was , dieses freut mich sehr jedoch gehe ich mit einem Pushup BH vor die Tür , da ich es nicht so schön finde oben platt zu sein . Durch die Hormone hat sich meine Haut auch sehr sehr verändert d.h. sie ist angenehm weich geworden und der Haarwuchs am Körper ist fast zu neige gegangen . Ich bekomme auch keine lästigen Erektionen mehr und leider zeigen sich die Hormone auch von einer unangenehmen Seite.... es gibt Tage da bekomme ich Heulattacken , dieses jedoch soll normal sein laut Aussagen einiger Transfrauen mit denen ich befreundet bin und , ich habe gemerkt das ich so ab Anfang Juni weicher geworden bin in meiner Psyche . Das alles sört mich nicht , im Gegenteil , ich geniesse jeden Tag den ich nun erleben darf als Frau . Mein Ziel ?.... mein Ziel ist es , die langersehnte Geschlechtsangleichende-OP zu bekommen nebst Brustaufbau um endlich als vollständige Frau leben zu dürfen . Ich hoffe das dieses so ab 2016 endlich wahr wird und ich habe keine Angst vor diesen OP`s , ich gehe mit Respekt an die Sache heran aber nicht mit Angst .

Was mir mitunter schwer zu schaffen macht ist , das ich über 2 Jahrzehnte nicht den Mut schon vorher fand mich zu outen . Ich habe über 2 Jahrzehnte an Lebensqualität verloren und leider gibt man mir diese Zeit niemals zurück . Ich hätte mir sehr viel Mühe , Streß und vorallem Tränen erspart wenn ich nur Mut bewiesen hätte . Es gab in all der Zeit nur 2 Menschen denen ich mich anvertraut hatte , dieses war zu einem meine Oma die immer mir nahelegte mich zu outen mit allen Konsequenzen und... diese liebe Frau hatte absolut keine Probleme das ich im falschen Körper stecke/lebe und meinte immer das sie dann halt eine Enkeltochter hätte . Die andere Person war mein Hausarzt bei dem ich bis heute in Behandlung bin , auch er forderte bzw. riet mir sich zu outen und erklärte mir wie man behandelt wird als Transfrau . Ich finde es nur traurig das mir quasi das Leben genommen wurde , wo andere sich frei und offen entwickeln und entfalten konnten , habe ich heimlich leben müssen bzw., ich sage immer das ich nicht gelebt habe sondern vegetiert . Ich habe nie erfahren dürfen/können was Liebe , Wärme , Geborgenheit , Zärtlichkeit und Romantik bedeutet ! , ich habe nie ein Mann öffentlich küssen dürfen , niemals ein Mann umarmen dürfen gar mit einem Mann Hand in Hand durch eine Stadt zu gehen , für andere war bzw. ist das alles normal . Ich versuche nun nach meinem Comingout den Mann fürs Leben zu finden , der mich so akzeptiert wie ich bin und der mich durch all die weiteren Stationen des Lebens begleitet . Mein Traum wäre es auch den Mann fürs Leben später zu heiraten d.h. in weiß , auch wenn ich nun über 40 bin , ich sehe es so das auch ich das Recht auf Liebe , Wärme und Geborgenheit habe .

Auf diesem Wege möchte ich anbei viele Transfrauen und Transmänner davor warnen denselben Fehler zu machen wie ich ! , outet Euch auch wenn es schwer fällt und man Freunde verliert aber..... ihr lebt dann freier und sorgloser . Es ist egal ob ihr nun 20 , 30 , 40 oder älter seit..... outet Euch !

 


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